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Pilgerweg 4: Bielefeld - Wesel

Wanderung · Teutoburger Wald
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  • Teutoburger Wald bei Bielefeld
    Teutoburger Wald bei Bielefeld
    Foto: Leo Klinke, Altertumskommission für Westfalen
m 200 150 100 50 180 160 140 120 100 80 60 40 20 km
Der Weg der Jakobspilger von Bielefeld nach Wesel führt quer durch das Münsterland und hat am Niederrhein Anschluss an Pilgerwege bis nach Santiago de Compostela. Hier wandeln Sie auf historischen Spuren, denn die Route folgt einer alten Handels- und Pilgerroute aus dem Mittelalter.
Strecke 195,3 km
47:50 h
748 hm
840 hm
213 hm
22 hm

An der Nikolaikirche in Bielefeld beginnt die über 2000 km lange Pilgerreise zum Grab des Apostels Jakobus d.Ä. im nordspanischen Santiago de Compostela. Natürlich muss niemand den gesamten Weg bewältigen. Schnuppern Sie einfach rein und suchen sich passende Etappen aus. Aber Vorsicht: Viele, die damit angefangen haben, konnten nicht mehr aufhören.

Der Pilgerweges von Bielefeld nach Wesel kann in zehn Etappen von 10–26,5 km Länge aufgeteilt werden, aber es sind auch ganz andere, auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete Einteilungen möglich.

Etappe 1: Bielefeld – Marienfeld (26,5 km)

Randlich der Bielefelder Innenstadt krönt die um 1240 errichtete Sparrenburg den Kamm des Teutoburger Waldes. Auf der anderen Seite liegt der durch die Bodelschwinghschen Stiftungen bekannt gewordene Stadtteil Bethel. Über den Jostberg mit seiner Kapellenruine aus dem 16. Jh. geht es an den ehemaligen Landwehrdurchlässen Ein- und Zweischlingen vorbei bis nach Steinhagen. Diesen für seinen Wachholderschnaps (Steinhäger) bekannten Ort verlassen Pilger wieder und erreichen über die Gemeinde Brockhagen schließlich Marienfeld mit seinem alten Zisterzienserkloster.

Etappe 2: Marienfeld – Warendorf (26 km)

Das 1185 gegründete Zisterzienserkloster ist heute noch eine beeindruckende Anlage. Teile dienen heute als Sporthotel, aber einen Besuch der Kirche sollte man sich nicht entgehen lassen. An der Lutter entlang geht es nach Harsewinkel, das weltweit für seine Landmaschinen aus dem Hause Claas berühmt ist. Von nun an wird die Ems zu einem mal näheren, mal ferneren Begleiter des Weges. In Warendorf befand sich eine alte Furt über den Fluss.

Etappe 3: Warendorf – Telgte (19 km)

Von der Pferdestadt Warendorf mit seiner historischen Altstadt und der beeindruckenden Laurentiuskirche aus verläuft der Weg nördlich der Ems an den Kottruper Seen vorbei. Hier wurden beim Sandabbau zahlreiche archäologische Funde aus verschiedenen ur- und frühgeschichtlichen Epochen gemacht: Knochen eiszeitlicher Tiere, das Schädelfragment eines Neandertalers (30.000 Jahre alt), ein Friedhof der Bronze- und Eisenzeit sowie eine frühmittelalterliche Siedlung. Über Müssingen erreicht diese Etappe des Pilgerwegs schließlich Telgte.

Etappe 4: Telgte – Münster (14,5 km)

Die Wallfahrtsstadt Telgte sollten Pilger natürlich nicht ohne einen Blick in die Wallfahrtskapelle mit dem Gnadenbild verlassen. Es lohnt aber auch, sich den Rest der hübschen, von der Ems durchflossenen Altstadt und auch das Museum RELíGIO anzuschauen. Dann geht es am Rochushospital, das auf ein im 14. Jh. gegründetes Siechenhaus für ansteckend Kranke zurückgeht und heute eine psychiatrische Klinik beherbergt, vorbei Richtung Münster. An der Pleistermühle, deren Gasthof sich für eine Pause anbietet, wird die Werse überquert. Über den mit flankierenden 13 Bildstöcken aus dem Jahr 1958 ausgestatteten Prozessionsweg geht es zu Münsters sehenswerter Kirche St. Mauritz, die zu einem im 11. Jh. gegründeten Stift gehörte. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung bis in die Innenstadt Münsters.

Etappe 5: Münster – Nottuln (26 km)

In der Bischofs- und Universitätsstadt Münster lohnt es sich, wenigstens einige der vielen sehenswerten Kirchen, Profangebäude und Museen zu besichtigen. Dann geht es am Aasee entlang durch den westlichen Stadtteil Roxel und am Stift Tilbeck vorbei – hier lohnt sich ein kurzer Gang auf dem Barfußweg des Stifts. Hinter Tilbeck befindet sich am rechten Straßenrand ein im Mittelalter zur Sühne für den Mord an einer Bäuerin aufgestelltes Steinkreuz. Durch Schapdetten, dessen Kirchturm mit renaissancezeitlichem Treppengiebel einen wunderschönen Anblick bietet, und Stevern mit seiner alten Wassermühle erreicht der Weg schließlich Nottuln.

Etappe 6: Nottuln – Coesfeld (16 km)

Das im 9. Jh. gegründete Stift in Nottuln hat der Gemeinde einen besonderen Stempel aufgedrückt. Der Stiftsbezirk südlich der mittelalterlichen Kirche St. Martinus brannte 1748 vollständig ab und wurde danach aus einem Guss in barocker Gestalt nach Plänen des Barockbaumeisters Johann Conrad Schlaun wiedererrichtet. Der kleine Ort Darup hat nicht nur eine alte Kirche und ein Herrenhaus zu bieten, sondern auch den voll restaurierten Alten Hof Schoppmann, in dem sich u.a. das Naturschutzzentrum des Kreises Coesfeld mit einer kleinen Ausstellung und ein integrativer Gastronomiebetrieb befinden. Hinter dem Ortsausgang durchqueren Pilger einen beeindruckend tiefen Hohlweg als Relikt der alten Handels- Pilger- und Poststraße. Oberhalb thront eine kleine achteckige Wallfahrtskapelle aus dem 18. Jh. Das wunderschön gelegene, 1904 geweihte Kloster Gerleve ist die letzte Station bevor der Pilgerweg die Kreisstadt Coesfeld erreicht.

Etappe 7: Coesfeld – Velen (17,5 km)

Coesfeld hat nicht nur mit dem Coesfelder Kreuz, einem Gabelkreuz aus dem 14. Jh., eine pilgerrelevante Besonderheit aufzuweisen. Hier steht zudem eine auf das 12. Jh. zurückgehende, dem hl. Jakobus d.Ä. geweihte Kirche und es besteht eine lebendige Jakobus- und Pilgertradition. An der Hasenkapelle vorbei geht es über den Hünsberg mit seinen bizarren Raseneisenerzvorkommen nach Hochmoor. Einblick in die ehemalige Moorvegetation dieser Region geben die beiden Naturschutzgebiete Kuhlenvenn und Fürstenkuhle. Im Heimatmuseum Hochmoor erfahren Interessierte alles über den auch dem Ort den Namen gebenden Torfabbau in dieser Gegend.

Etappe 8: Velen – Borken (14,5 km)

Velen ist vor allem für sein Schloss bekannt. Im 13. Jh. als Burg errichtet, wurde es zum „Märchenschloss“, das nach einem verheerenden Brand in den 1930er-Jahren wiedererrichtet wurde und heute ein Sporthotel beherbergt. Auch der Nachbarort, Ramsdorf, hat eine mittelalterliche Burg zu bieten, deren Originalzustand jedoch anhand des vorhandenen, kompakten Baus aus dem 18. Jh. nur noch zu erahnen ist. Im dort ansässigen Heimatmuseum erfährt man mehr. Entlang der Bocholter Aa erreicht der Weg die Wasserburg Gemen, in der heute eine Jugendbildungsstätte des Bistums Münster befindet. Vorbei am ehem. Franziskanerkloster und dem Kloster Schönstatt-Au mit seiner originalgetreuen Nachbildung des sog. Urheiligtums in Vallendar-Schönstatt bei Koblenz, einer kleinen Kapelle, erreicht der Pilgerweg schließlich die Innenstadt von Borken.

Etappe 9: Borken – Raesfeld (10 km)

Neben der bereits auf Vorgänger aus dem 9. Jh. zurückgehenden Remigiuskirche ist Borken für seine vielen erhaltenen Stadttürme (14./15. Jh.) bekannt. Am Wedemhoveturm führt der Weg direkt vorbei. Südlich von Borken liegt nur wenige Meter abseits vom Pilgerweg, das auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel errichtete Herrenhaus Haus Döring. Das Haus stammt aus dem Jahr 1727, die Bauweise auf dem Hügel geht noch auf Vorgängerbauten aus dem 12/13. Jh. zurück.

Etappe 10: Raesfeld – Wesel (25 km)

Etwas südwestlich des Borkener Stadtteils Raesfeld liegt das Wasserschloss, für das der Ort so berühmt ist. Obwohl das 1643–58 errichtete Schloss beeindruckend genug ist und sicherlich zu den schönsten Wasserschlössern des Münsterlandes gehört, befindet sich die eigentliche Besonderheit hinter dem Schloss: der renaissancezeitliche Tiergarten ist eine Seltenheit, da solche Parks an anderen Orten in der Regel barock überprägt wurden und dadurch eine völlig andere Gestalt erhielten. Das Kloster Marienthal wurde im 13. Jh. gegründet und erlangte dann ab 1924 Berühmtheit, als der amtierende Pfarrer Augustinus Winkelmann namhafte Künstler des Rheinischen Expressionismus nach Marienthal holte, die hier ihre Spuren hinterließen. Kurz vor Wesel erreicht der Pilgerweg die bei Raesfeld entspringende Issel, die hier früher in ein beeindruckendes Grabensystem umgeleitet wurde, um die Festungsgräben der Stadt Wesel zu speisen. Bald ist auch schon das Ziel der Reise, der Willibrordi-Dom in Wesel erreicht. Das Rheinufer ist jetzt auch nicht mehr weit. Dafür steht Pilgern, die bis nach Santiago de Compostela gehen, noch einiges an Wegstrecke bevor.

Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
213 m
Tiefster Punkt
22 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Asphalt 29,58%Schotterweg 39,50%Naturweg 10,79%Pfad 6,44%Straße 11,91%Unbekannt 1,75%
Asphalt
57,8 km
Schotterweg
77,2 km
Naturweg
21,1 km
Pfad
12,6 km
Straße
23,3 km
Unbekannt
3,4 km
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Weitere Infos und Links

Ausführliche Informationen auch zu Übernachtungen und Stempelstellen entlang des Weges der Jakobspilger von Osnabrück über Münster und Werne nach Wuppertal-Beyenburg gibt es hier: www.jakobspilger.lwl.org

Besuchen Sie unsere Internetseite: www.whb.nrw/wanderwege

Start

St. Nicolaikirche, Bielefeld (116 m)
Koordinaten:
DD
52.021012, 8.531755
GMS
52°01'15.6"N 8°31'54.3"E
UTM
32U 467869 5763478
w3w 
///buchung.atmung.senden
Auf Karte anzeigen

Ziel

St. Willibrordkirche, Wesel

Wegbeschreibung

Der Pilgerweg ist durchgehend und wandersicher markiert. Wanderer und Pilger folgen dem Schild mit der gelben stilisierten Muschel auf blauem Grund. An Abbiegungen geben zusätzliche Pfeile die Richtung an.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Für Ihre An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen Sie am besten die Internetseite oder App www.bubim.de (= Bus und Bahn im Münsterland). Diese beinhaltet u.a. Fahrpläne, Tarifauskünfte und einen Haltestellenfinder.

Als automatische Fahrplanauskunft steht Ihnen die kostenlose Nummer 0800 350 40 30 zur Verfügung. Eine persönliche Fahrplan- und Tarifauskunft können Sie kostenpflichtig unter 0180 6 50 40 30 anrufen (Festnetz 20ct/Verbindung, mobil max. 60ct./Verbindung).

Anfahrt

Wegen der Länge des Pilgerwegs und den verschiedenen möglichen Startpunkten empfehlen wir eine eigene Planung im Voraus.

Parken

Wegen der Länge des Pilgerwegs und den verschiedenen möglichen Startpunkten empfehlen wir eine eigene Planung im Voraus.

Koordinaten

DD
52.021012, 8.531755
GMS
52°01'15.6"N 8°31'54.3"E
UTM
32U 467869 5763478
w3w 
///buchung.atmung.senden
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Ulrike Steinkrüger, Wege der Jakobspilger in Westfalen. In 10 Etappen von Bielefeld über Münster nach Wesel. Jakobswege 11 (Köln 2015). ISBN: 978-3-7616-2878-2 / 14,95 €

Kartenempfehlungen des Autors

Karten (TK 25, mit Vergrößerungen im Innenstadtbereich) im o.g. Begleitbuch.

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Strecke
195,3 km
Dauer
47:50 h
Aufstieg
748 hm
Abstieg
840 hm
Höchster Punkt
213 hm
Tiefster Punkt
22 hm
Etappentour Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch Von A nach B

Statistik

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